Der Ausflug nach Whistler

  Der Tag beginnt recht langsam, da der Grad der Erschöpfung langsam ansteigt und die Erholungsphasen zwischen den Tagen (auch Nacht oder Schlaf genannt) nicht mehr auszureichen scheinen. Nein, Scherz bei Seite. Ein Blick aus dem Fenster läßt allgemeine Erleichterung erkennen. Wie versprochen regnet es nicht! Super!

  Corinna ist schon ganz aufgekratzt und freut sich auf den Ausflug nach Whistler und wir sind froh, daß wir ihr auch mal einen Gefallen tun können, dafür daß sie uns so toll Quartier gewährt. Einen Vorteil hat die Sache, daß Corinna mitfährt, für mich außerdem noch. Heute muss ich nicht den Scout machen und genieße es, mich treiben zu lassen. Die Karten bleiben heute zu Hause. Na wenn das nix ist! Privatchauffeur und Privatscout!

  Nach dem Frühstück gehts los, alle ins Auto rein und Gas! Susanne opfert sich wieder als Chauffeur und langsam bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Aber die "Angst" vor der Automatikschaltung läßt es mich schnell wieder verdrängen. Ich fahre ja ohnehin nicht gerne Auto (lieber Fahrrad). Ach, das hatte ich ja schon erwähnt!

  Susanne fährt zunächst durch die Innenstadt von Vancouver, vorbei am Stanley Park und dann über die Lions Gate, auf besonderen Wunsch von mir, Richtung Nord Vancouver. Tolle Brücke, diese Lionsgate. Ein Hauch von San Francisco beschleicht mich! Als wir dann durch Nord-Vancouver driven sehen wir prompt (in der Nähe der Phönix-Fondation - MacGyver) wieder Hinweisschilder zu Drehaufnahmen und im Vorbeifahren sehe ich noch eben den Schriftzug "CSI". Riesige Trucks blockieren wieder die Seitenstraßen. Wie Robert schon mal treffend erzählte: Die Vancouveraner sagen, man muss nur lange genug an einem Fleck in Vancouver stehen bleiben, dann kommt bestimmt ein Filmteam vorbei!

  Corinna lotst uns erfolgreich aus dem Stadtgebiet heraus und Susanne atmet auf. Doch bevor wir in die Berge fahren müssen wir noch mal tanken. Das trifft sich ganz gut, denn ganz in der Nähe befindet sich noch eine Location, die wir unbedingt besuchen müssen. Jacks Hütte am See aus "2010" und von diversen Angelausflügen mit Teal´C. Da diese Location nicht bekannt werden soll, also ein absoluter Geheimtip ist und, Sorry, auch bleiben soll, müssen wir Corinna versprechen, nicht zu verraten, wo die Location sich befindet.

  An der Tankstelle angekommen, haben wir dieses Mal nicht das Problem, die erforderliche Tankfüllung zu identifizieren, dafür bekommen wir den Tank gar nicht erst auf. Jeder darf mal nen Versuch starten. Oh man. Es ist einfach nicht zu fassen. Der Tankdeckel rührt sich nicht. Schließlich erbarmt sich der nette Canadier von der Tanksäule nebenan! Als wir 23 Can$ weniger und den Tank voll haben geht es endlich richtig los. Ab auf den Transcanada Highway Richtung Westen. Der Highway führt vorbei an der Horseshoe-Bay, an der die Fähre nach Vancouver Iland ablegt.

  Wir kommen am Miningmuseum vorbei und Corinna meint, hier wär die Mine, in der mehrere MacGyver gedreht worden wären. Also machen wir einen kurzen Abstecher auf den Parkplatz. Das steht ja schon wieder ein Schild: "Crew parking". Ein netter junger Mann weist uns tatsächlich in den Crewparkplatz ein. Wir steigen aus und schlendern erst mal ganz unauffällig über den Platz. Schließlich verstricken wir den jungen Mann in ein Gespräch. Leider müssen wir uns als Touristen outen und jemand von der Crew gibt auf Nachfragen des jungen Burschen über Walkie-Talkie Bescheid, daß wir dann doch nicht zur Mine dürfen. Schade. Fast hätten wir es geschafft. Naja, egal. Dann schießen wir halt das Mining-Museum und eine tolle alte Holzkirche ab und fahren unverrichteter Dinge weiter.

  Wir fahren weiter die Küstenstraße entlang und gelangen schließlich nach Porteau Cove. Am Berg überholt uns ein Auto auf Schienen und es erinnert mich an die MacGyver-Folge, als Angus eben so ein Fahrzeug aus einem alten Jeep zusammengebaut hat. Parallel zur Straße, also zwischen Pazifik und Straße verläuft ein Schienenstrang. "Ich glaube, hier haben sie eine Sentinel-Folge gedreht", ruft Corinna aus. Also halten wir in der Nähe eines kleinen Bahnhofs und machen ein paar Fotos. Auf der Strecke zum Whistler vernehmen wir Corinnas Ausruf noch des Öfteren. Besonders an Stellen, wo die Eisenbahn den Highway kreuzt. Und Corinna fotografiert sie alle. Hatte ich schon erwähnt, daß sie Sentinel-Fan ist?

  Wir kommen durch Squamish. Die Aussicht veranlasst uns des Öfteren zu spontanen Zwischenstops. An einem kleinen Parkplatz, an dem wir uns entschlossen haben zu halten, haben wir einen ersten faszinierenden Ausblich auf schneebedeckte Berggipfel. Es ist schon toll, auf der einen Seite der Pazific und auf der anderen die schneebedeckten Gipfel. Irgendwann nach 3 Stunden kommen wir dann am Whistler an. Zunächst halten wir am erst besten Touristenbüro, um uns Informationsmaterial und Karten für Whistler zu besorgen. Nach einem kurzem Studium der Unterlagen, bei dem der Scout wieder in mir zum Vorschein kommt, stellen wir fest, daß wir noch ein kleines Stückchen fahren sollten und direkt an der Stadt - Whistler Village- parken sollten. Gesagt, getan.

  Jetzt machen wir uns auf, den Ort per Pedes zu erkunden. Corinna macht mal wieder Faxen und hopst mir ins Bild. Wir steuern einen kleinen MacDonals an, denn wir haben keine Lust viel Zeit beim Essen zu verschwenden. Eben nen kleinen Snack und weiter gehts. Da entdecken wir am Ausgang des Restaurants eine Außentreppe an einem Haus. Wir nehmen die Gelegenheit wahr und erklimmen die Treppe und haben somit einen grandiosen Ausblick auf Whistler. Wir schlendern weiter. Wir schlendern durch die vielen kleinen Einkaufspassagen mit unzähligen Souveniershops. Typisch Skigebiet, denke ich mir. Im Winter steppt hier bestimmt der Bär.

  Dann geht es durch ein kleines Stückchen Wald nach Upper Village. Das ist der obere Teil von Whistler. Hier gehen die Skilifte ab. Und hier stehen die teureren Hotels. Die sind aber auch klasse. Ganz aus Holz und wie kleine Schlösser. Man kann am Berg deutlich die Abfahrten erkennen und Susanne schwärmt von einem Skiurlaub am Whistler. Und die Luft ist so toll. Als wir durch das Waldstückchen wieder zurück zum Auto schlendern entdecken wir einen Mann und seinen Hund in einem ausgtrockneten Flussbett mit riesigen weißen Steinen und mir kommt es vor, als wäre ich im Film. Ach ja!

  Wir brechen wieder auf, denn wir müssen gegen 19.00 Uhr schon wieder in Vancouver sein. Corinna möchte gern zu ihrem Kurs für Gebärdensprache. Gegen 17.00 Uhr sind wir wieder in Vancouver und wir haben Glück, trotz Feierabendverkehr ist die Schlange an der Lionsgate nicht so lang, wie wir sie zunächst vermutet hatten. Also machen wir noch einen kurzen Abstecher nach Kistilano und zum Vanier Park. Dort befindet sich das Observatorium von Vancouver (Folge 1969) und das Vancouver Museum mit seiner berühmten Krabbe davor. Wir schlendern noch ein wenig am Wasser entlang und glauben den Spielplatz aus "Cassandra" (wo O´Neill der kleinen Cassandra einen Hund schenkt und ihr erklärt, daß es auf der Erde Vorschrift sein, daß jedes Kind einen Hund hat) gefunden zu haben. Aber das ist eigentlich gar nicht mehr so bedeutend Angesichts des tollen Ausblickes auf den Sonnenuntergang.

  Dann fahren wir direkt zu Corinnas Abendschule. Susanne und ich fahren dann noch mal in die kleine Mall an der 12th Ave/Ecke Cambie und tätigen einen kleinen Einkauf zum Abendbrot. Susanne entdeckt ihre Lieblingskekse, Wagon wheels! Ich hole noch ein paar landestypische Produkte als Souveniers für meine Family. Gemütlich fahren wir nach Hause und lassen beim Abendbrot noch einmal die Erlebnisse der letzten Tage revue passieren. Wir stellen fest, daß wir viel gesehen und erlebt haben und daß wir ein tolles Team sind. Schweren Herzens packen wir unsere Taschen. Susanne holt schließlich gegen 21.00 Uhr Corinna wieder von ihrem Kurs ab und am Abend schauen wir uns, wie üblich noch ein Video an. Corinna schmeißt noch mal nen Sentinel rein, um die Locations des Tages gegenzuchecken. Und tatsächlich, da ist Corinnas Location. Tschja, und wir waren da! :))

  * ENDE *
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