Auf den Spuren von MacGyver oder
die vergebliche Suche einer Suspensions Bridge


  Der 3.Tag unserer Abenteuerreise durch Vancouver, BC und Umgebung brach mit voller Wucht und schönen gleichmäßigen Tropfen, welche noch überlegten ob sie vielleicht nicht lieber Schnee geworden wären, an. Es war bitter kalt, jedenfalls kam es einem so vor, und eine überaus hohe Luftfeuchtigkeit von nahezu 99.99% (soll heißen gut temperierter Regen) zwang uns, unsere Pläne für diesen Tag geringfügig zu ändern.

  Aber wer das in Vancouver nicht einkalkuliert ist ein schlechter Verlierer und selber Schuld! Kein Problem für Profis wie uns, HA! Unser Ausflug nach Whistler wurde kurzer Hand auf den nächsten Tag verschoben, Corinna machte sich auf den Weg zur Arbeit und verlegt Ihren freien Tag auch nach hinten und wir zogen die Planungen vom Folgetag vor, in der Hoffnung diese besser realisieren zu können. Nun ja, so weit so gut. Die gewohnte Tasse Kaffee fürs Munterwerden und ab ging die Post.

  Wir machen uns mit unserem Auto auf den Weg. Zunächst gehts erst mal zu den Bridgestudios. Aber nicht, ohne nicht vorher auf dem Commercial Drive das Cafe du Soleil aufzuspüren. Meine navigativen Fähigkeiten (man nenne mich GPS) machen sich mal wieder bezahlt, sagt Susanne. Obwohl das Cafe eigentlich gar nicht soooooo schwer zu finden war. Obwohl es so klein ist.

  Nun ja, am Studio gibts auch nicht viel neues. Jan Newman (Make-Up) steht gerade vor der Studiotür und unterhält sich mit Brad Wright (Producer) bei einem Tässchen Kaffee. David Sinclair (Prop-Master) stratz über den großen Studioparkplatz und holt etwas aus einem alten VW-Bus. Sonst keine großartige Bewegung auf dem Platz. Wir möchten auch nicht unnötig auffallen und daher schießen wir das Studio aus dem Augenwinkel schnell noch mit dem Photoapparat ab und dann gehts schon weiter.

  Als nächstes steht Burnaby Mountain auf dem Programm. Ich mache wieder den Scout. Aber dieses mal versagt das GPS kurzzeitig. Aber das liegt an der alten Karte. Die Straßenführung hat sich ein wenig geändert und die Straße, die jetzt in einem Wendehammer endet ging früher durch. Aber kein Problem. Irgendwie lotse ich uns wieder auf die Hauptstraße zurück. Aber die Häuschen in der Gegend waren auch nicht schlecht. Typisch canadische Vorstadtidylle. Wie im Film. (Ha!) Dann kommen wir doch noch im Burnaby Mountain Park an. Von dort hat man eine gute Sicht auf die Vancouver Bucht. Tschja, normalerweise. Leider ist heute nichts normal. Als wir auf dem Berg ankommen sind wir froh, daß wir noch 50m weit sehen können. Wir parken direkt auf dem Parkplatz vor dem Horizons. Das erinnert mich an: "3 Steaks! Ja, ich auch..." Die Wiese mit den riesigen hölzernen Pfählen (aus der Folge Upgrades) ist total aufgeweicht. Und der Nebel berührt schon die oberen Enden der Pfähle. Oh oh! Und es wird auch irgend wie immer kälter. Egal, Augen zu und durch! Susanne versucht den Rosengarten zu identifizieren. Naja, das nächste mal müssen wir unbedingt früher hier her kommen.

  Wir machen uns auf den Weg zur SFU. Ab durch den Wald. Und es regnet. Und ich bin durchgenäßt weil ich die falsche Jacke an habe. Nach ca. 30 min. erreichen wir den Übergang zur SFU. Noch ein paar Kurven links und rechts durch die Wohnparks und dann sind wir da, auf Tolana. Wir wandeln ein wenig durch die großangelegten Flure und Plätze. Schließlich überlegen wir, ob wir auf dem Campus was essen. Aber wir verwerfen den Gedanken wieder und machen uns auf den Rückweg.

  Wir gehen im Horizons essen. Klitschnass erreichen wir das Horizons. Wir wärmen uns auf und essen den Hamburger des Hauses. Wobei man sich diesen Hamburg nicht wie den von MacDonalds vorstellen darf. Der hier ist wirklich frisch und riesig und schmeckt wirklich gut. Er wird aufgeklappt auf dem Teller mit den Pommes serviert. Ein bisschen aufgewärmt haben wir uns ja nun. Aber wirklich trocken sind wir noch nicht. Der Kellner verabschiedet uns mit einem: Stay dry! Ha ha! Susanne lacht und meint: Its a good joke! Get dry hätte wohl eher gepasst!

  Der Nebel hat inzwischen die Holzpfähle total eingehüllt. Ich glaube die Luftfeuchtigkeit liegt jetzt bei 200% und Würfelformat! :))
Susanne hat Probleme mit der Lüftung im Wagen. Weil wir klitschnass sind, beschlagen die Scheiben von innen. Wir benötigen dringend Scheibenwischer für Innen! Spaß beiseite. Jetzt geht es rüber nach Nordvancouver. Wir müssen über die Boundary Road und dann über die Second Narrows Bridge fahren. Schließlich erreichen wir die Lilloet Road. Wir fahren eine ganze weile immer weiter die Straße hoch. Bis zum letzten Parkplatz. Jetzt heißt es wieder wandern durch den Wald.

  Ein Wegweiser bestätigt unsere Position. Wir folgen dem Pfeil in Richtung Suspensions Bridge. Also rein in den Wald. Der Weg ist teilweise wirklich schlecht auszumachen. Es geht über Stock und Stein. Susanne klammert sich an Ihren Schirm. Sie sieht ein wenig ängstlich aus. Es wird immer dunkler im Wald. Wir klettern über Baumstämme und waten durch dicke Pfützen. Abenteuer im MacGyver-Land, sagt Susanne. Schließlich erreichen wir eine riesige Holztreppe. Zeichen von Zivilisation. Wir hören den Fluss und die Treppe verringert den Höhenunterschied, den wir eben noch zu Ihm hatten. Ich finde das gut. Susanne sieht immer noch nicht optimistischer aus. Plötzlich kommen uns 3 junge Männer entgegen. Wir fragen, wie weit es noch zur Brücke sei. Sie meinen nicht mehr sehr weit. Wir geben unser bestes, aber als wir schließlich bis zum Knöchel im Wasser stehen, geben wir doch endlich auf. Wir treten den Rückweg an und entscheiden uns am Ende der Holzbrücke einfach am Zaun entlang zu gehen, denn auf dem Parkplatz habe ich so einen Zaun auch schon gesehen. Und tatsächlich, der Rückweg ist viel kürzer. Keine Ahnung was wir vorher für Bogen geschlagen haben. Aber es war ein tolles Abenteuer. Susanne ist froh wieder im Wagen zu sein. Eine kurze Verschnaufpause und wir beschließen einstimmig, diese Hängebrücke bei unserem nächsten Trip noch einmal in Angriff zu nehmen.

  Da wir schon mal in der Gegend sind, machen wir gleich einen Ausflug zur naheliegenden Grouse Mountain. Wir stehen also am unteren Ende der Seilbahn und können keine 100m das Seil verfolgen. Der Nebel. Da können wir uns die Auffahrt sparen. Also fahren wir zum Cleveland Damm. Eine Location aus "Von Eifersucht besessen". Wir geben wohl ein lustiges Bild ab mit unserer Tarnkleidung ganz in grün und grotten nass. Jedenfalls sind 2 junge Herren auf dem Damm am tuscheln. Ich stelle mich an die Stelle, an der RDA im Film gestanden hat. Nichts passiert. Nun ja. Aber tolle Aussicht. Als ich mich umdrehe kann ich einige Flecke eines lange vermissten azurblaus am Himmel entdecken. Es ist nicht zu fassen. Die Wolken reißen geringfügig auf! Der Damm bietet einen tollen Ausblick auf den Fluß.

  Wir setzen unsere Tour fort. Jetzt gehts zum Capilano-Park. Wir zücken unsere 50%-free Gutscheine. Die Sonne schaut kurz vorbei! Ich nehme mir einen Rundflyer am Eingang. Damit kann man im Park an bestimmten Stellen Stempel sammeln und am Ende gibts dann ein Zertifikat. Nette Idee! Ich gehe über die riesige Hängebrücke. Susanne sieht etwas ungläubig aus, aber nach den ersten Schritten und der Erkenntniss, dass die Holzbohlen auf der Brücke nicht rutschig sind schreitet auch sie forschen Schrittes über die Suspension Bridge. Im Park auf der anderen Seite stehen gigantische Baumriesen. Susanne kann nicht mehr laufen. Also drehe ich die Runde durch den kleinen Park schnell allein. Man sind die Bäume toll. Mutter Capilano ist glaube ich schon 500 Jahre alt. Toll.

  Auf dem Rückweg zur Corinna kommen wir noch am Queen Elizabeth Park vorbei. Hier steht das Bloedel Coservatory (Gamekeeper). Der Park ist sehr schön nur leider ist es schon etwas zu spät. Aber wir drehen noch eine kleine Runde, kaufen in der Oakridge Mall an der 14th. Av. noch ein paar Lebensmittel fürs Abendbrot ein und dann gehts ab nach Hause. Corinna wartet schon auf uns.

  Nach dem Abendbrot beschließen wir, heute keine weiteren Aktivitäten in der Senkrechten zu vollführen. Susannes Zehen fallen ins Coma. Wir machen einen Fernsehabend. Susanne hat 2 neue Folgen aus der 5.Staffel von Denise "Skydiver" Petet bekommen. Wir schauen uns also "Desparate Measures" und "Wormhole Xtreme" an und als in der 100.Folge das Studio von außen zu sehen ist ertönt mit letzter Kraft meinerseit die Bemerkung: "Da war ich schon!"

  * ENDE *
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