* SPACE VIEW Kultserien - Stargate SG-1 - Ein Blick hinter die Kulissen (Mai 2003) * SPACE VIEW Kultserien - Stargate SG-1 - Ein Blick hinter die Kulissen (Mai 2003) * SPACE VIEW Kultserien - Stargate SG-1 - Ein Blick hinter die Kulissen (Mai 2003) * SPACE VIEW Kultserien - Stargate SG-1 - Ein Blick hinter die Kulissen (Mai 2003) *



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Interview mit RDA


(ein Auszug aus dem Sonderheft)

 
RICHARD DEAN ANDERSON

RDA ist sowohl Darsteller als auch Produzent der Serie. Sein reales Leben ähnelt sehr der Rolle, die er am Bildschirm verkörpert. Trotz der schweren Verantwortung, die auf seine Schultern lastet, ist er jederzeit für einen Spaß am Set zu haben.


Wie ist es, sowohl als Darsteller als auch als Produzent für "Stargate" zu arbeiten?
Als ich mit "MacGyver" aufgehört habe, fing ich an, mich für die Rolle des Produzenten beim Film zu interessieren. Denn ich wollte Kontrolle über die Sachen haben, die ich mache. Ich glaube, danach habe ich alles produziert, oder zumindest war ich als ausführender Produzent bei allen Projekten tätig, bei denen ich mitgewirkt habe. Es gibt gewisse Aspekte bei einer Kreativer Produktion, die ich direkt zu Beginn eines Projektes geklärt haben möchte. Für mich ist es mittlerweile zur Bedingung geworden, diesen Einfluss nehmen zu können. Ich will es nicht Macht nennen, denn das hört sich sehr nach einem Klischee an. Generell fällt es mir nicht schwer, diese beiden Funktionen miteinander zu verbinden, doch es kommt auch auf die Leute an, mit denen ich zu tun habe. Besonders bei dieser Serie machen es mir meine Kollegen sehr leicht. Dank unserer guten Planung bleibt mir genügend Zeit, einige Produktionsaufgaben zu übernehmen, die mich speziell interessieren, wie z.Bsp. der Schnitt. Es könnte sehr anstrengend werden, wenn ich mich noch mehr in die Produktion stürzen würde, aber selbst da würden mir keine Steine in den Weg gelegt werden.

Sie haben bisher sehr erfolgreiche Projekte ausgewählt. Waren das intuitive Entscheidungen oder das Ergebnis aufwendiger Analysen?
(Was ist das denn wieder für ne flache Frage? Das ist RDA! Unbekannt?)
Ich glaube, ich habe sehr viel Glück bei meinen Entscheidungen gehabt. Die Umstände waren günstig für mich. (Genau! Recht hast Du! Und das war auch genau die Antwort, die ich erwartet hatte!) Aber ein großer Teil des Erfolgs von Stargate beruht auf der Kombination zweier Erfahrungswelten: Ich besitze eine gewisse Serienerfahrung aus der Zeit mit "MacGyver", die sich sehr gut mit der Kinowelt des Films "Stargate" vermischt hat, der ja damals schon Kultstatus hatte.. Die Mischung aus diesen beiden Welten ist der Schlüssel zum Erfolg. Persönlich bin ich stolz auf die Arbeitsmoral, die am Set herrscht. Das hat viel mit Konzentration zu tun, besonders bei laufenden Dreharbeiten, aber das Wichtigste ist, alles mit einem gewissen Humor anzugehen, sowohl die Arbeit als auch das Leben allgemein. Meine Arbeitseinstellung ist: Wenn es nicht lustig ist, lohnt sich die Mühe nicht.

Ihnen wird nachgesagt, dass Ihre Devise lautet: "Das Leben ist zu kurz!" - Stimmt das?
Meine Devise ist "Im Zweifelsfall immer darauf zu bestehen". Aus irgendeinem Grund ist es mir gelungen, für mich persönlich ein Überlebensmodell zu schaffen, auf eine Art und Weise zu leben, die mir gefällt. Und aus irgendeinem Grund haben die Leute mir auf meinem ganzen Lebensweg immer gerne geholfen. Dabei kann ich auch sehr unangenehm sein. Wissen Sie, ohne meinen Kaffee kann ich richtig fies werden, wenn mich etwas nervt. Aber im Grunde ist alles, was ich will, mich zu amüsieren. (Ach, wenn er das doch nur ein einziges mal auf einem Convention machen würde. Vielleicht dieses Jahr beim GateCon? Träum weiter!) Unsere Arbeit ist nicht wichtig genug für irgendwelche Empfindlichkeiten oder verletzte Eitelkeiten. Wir gehen keinerlei körperliches Risiko ein, wir haben keinen Einfluss auf die Geschichte der Erde oder der Menschheit. Es ist doch nur reine Unterhaltung! Also sollten wir das alles nicht so ernst nehmen.

Ihre Serienfigur ist sehr komisch geworden, obwohl Sie manchmal gar nichts dafür können ...?!
Ich weiß nicht ... Manchmal beim Drehen sehen Chris Judge und Amanda Tapping den Moment kommen, in dem ich eine Handlung dazu erfinde oder etwas spiele, was so nicht im Drehbuch steht und völlig zusammenhangslos ist. Am Ende der dritten Staffel hatten sie kapiert, dass sie nichts anderes tun konnten, als zu gehen und mich allein zu lassen! (Lachen) Sie wissen nicht woher es kommt, noch wohin es führen soll. Aber wissen Sie, es liegt gar nicht in meiner Absicht, komisch zu sein.

Und was bringt Sie zum Lachen?
Ich stehe auf englischen Humor, besonders Monty Python, und ich liebe die Simpsons. Ich mag es, eine Sache so zu zerpflücken, dass es fast unanständig wird, oder unendlich viel Zeit auf eine Sache zu verwenden. Eine simple Idee zu nehmen und sie bis auf den Grund auszuhölen - das ist auch die Basis des absurden Theaters. Jack O´Neill ist ein Soldat, der Probleme mit seinem Verhalten und seiner Konzentration hat. (So würde ich das nicht sehen! Jedenfalls nicht auf die Konzentration bezogen!) Ich spiele ihn als einen etwas langsamen und schwerfälligen Mann. Das vereinfacht die komische Seite, da er auf einmal einfach nur ein wenig neben sich stehen muss ... In den Skripten arbeite ich diese Dinge nur sehr selten richtig aus, die Situationen ergeben sich einfach aus dem Kontext heraus, aus den Dialogen und der Energie oder auch einem momentanen Mangel an Energie. Ich bin mit Improviationstheater (Strassenmime) groß geworden und ich agiere, wie es mir in den Sinn kommt. Es liegt also immer ein wenig von mir selbst, von meinem Sinn für das Absurde oder das Leben im Allgemeinen in meiner Spielweise ...
Ich habe noch nie wirklich über die Beweggründe meines Verhaltens nachgedacht ... Das bedeutet wohl, dass ich dringend eine therapeutische Behandlung bräuchte!

* * * ENDE * * *
 

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